Spaziergang  im  Nassauer  Land  am  27. 10. 2013


Orkantief Christian war im Anflug, als wir uns nach reiflichem Überlegen entschlossen, auch bei Wind und Wetter die zweistündige Fahrt nach Dachsen-

hausen anzutreten, um uns mit weiteren hartgesottenen Eurasierliebhabern zum monatlichen Spaziergang zu treffen.


Nachdem wir vielleicht ein gutes Drittel des üblichen Weges zurückgelegt hatten, begann der Himmel sich merklich zu verdüstern, ein stürmischer Wind kam auf und wir überlegten schon, ob es nicht besser wäre umzukehren und den Schutz des Gasthauses zu suchen

 

Selbst die Hunde waren sich uneinig:

 

Zügig voran oder doch lieber zurück??

Nun, die Entscheidung wurde uns abgenommen. Kaum hatten wir uns bis zur Abzweigung hochgekämpft und verschnauften am Waldrand, da erwischte uns "Christian" mit voller Kraft. Es begann zu regnen, heftig und durchdringend, fast waagerecht gepeitscht vom Sturm.

Wir flüchteten zurück in den allerdings schon ziemlich kahlen Wald. Es dauerte ein Weilchen, bis auch die weit vorn laufenden Hunde unseren Sinneswandel mitbekommen hatten und zu uns zurückkehrten.



Noch eine Folge des Unwetters?

Hat der Sturm etwa Hundeköpfe vertauscht???


Keine Sorge!

Nur eine Unwetterbekanntschaft.


Man versteht sich eben...


Pudel - eh - eurasiernass erreichten wir schließlich den rettenden Hafen, das "Haus am Dachskopf", konnten unseren "Leihhund" tropfnass, aber wohl-behalten der Wirtin zurückgeben, uns selbst aber und unsere notdürftig abgerubbelten Vierbeiner der wohligen Wärme des Kachelofens anvertrauen.

Und - Ironie des Schicksals - während wir wie die gebadeten Mäuse in der Gaststätte saßen und langsam vor uns hin trockneten, brach die Sonne durch die Wolken...

Als wir schließlich aufbrachen, strahlte der Himmel so leuchtend blau, als wüsste er nichts von Wolken, Sturm und Regengüssen!


Fazit:  Ein  Eurasierspaziergang  im  Nassauer  Land  lohnt  sich:  Es  passiert  immer  was!


Spaziergang  im  Nassauer  Land  am  30. 8. 2015

So ungefähr fühlten wir uns beim Spaziergang im Nassauer Land  am letzten Sonntag im August.

Schon die Anreise gestaltete sich abenteuerlich. Nachdem die Wetterfrösche uns prophezeit hatten, am nächsten Tag werde unweigerlich der Herbst da sein, hatten sich offenbar ganze Schwärme von Hinzen und Kunzen aufgemacht, den allerletzten Sommersonntag im Freien zu verbringen.

Außerdem sollte im Norden der Republik am Montag die Schule wieder beginnen . . . Und wem das noch nicht reicht, sich das fröhliche Getümmel auf Autobahnen und sonstigen Straßen vorzustellen, der möge sich erinnern, dass die Innenstadt von Koblenz gerade weiträumig gesperrt und an die 10000 Einwohner evakuiert wurden, weil eine 1000 kg- Fliegerbombe entschärft werden musste. Von den zahl-reichen Baustellen auf den Autobahnen sprechen wir schon gar nicht. Glücklicherweise sind sonntags nur wenige LKWs unterwegs - natürlich allesamt mit Ausnahmegenehmigung! Dafür fuhren die Wohnwagen Kolonne, meist mit gelb-schwarzen Kennzeichen . . . 

 

 

 

Nicht nur wir, die wir die weiteste Anfahrt hatten,

verspäteten uns dementsprechend.

 

 

Schließlich waren aber alle da, und wir zogen auf zweiundvierzig Beinen los.

 

 

 

 

(Eigentlich hätte eine Wanderung in einer etwas schattigeren Umgebung stattfinden sollen, aber durch die Verzögerung wurde die Zeit knapp, und wir beschlossen nicht noch weiter zu fahren, sondern gleich hier loszugehen.)

Die Heuballen auf den Feldern spornten die sportlich engagierten Renteigarten-Damen trotz der großen Hitze (34° im Schatten - wir liefen aber die ganze Zeit in der Sonne!) wieder einmal zu ungeahnten Höchst-leistungen an . . .

. . . was natürlich besonders honoriert wurde.


Aber auch die weniger Trainierten kamen in den Genuss der Leckerlis aus dem Schloss.

Die  Karawane  zieht  weiter . . .




. . . bis zu einer Anhöhe, auf der ein Baum lichten Schatten spendete.

 

Hier gab es eine kühle Erfrischung für die Vierbeiner - naja, KÜHL ist vielleicht übertrieben nach einem Marsch von einer halben Stunde durch die glühend heiße Wüstensonne - aber immerhin nass!


Nur eine interessierte sich wenig für das kühlende Getränk, ihr stand der Sinn nach anderer Nahrung:

der großen Mäusejägerin!


Und wenn das Bemühen von Erfolg gekrönt ist . . .


. . . sollte ein Verdauungsschläfchen ihr doch gegönnt sein!


Und dann begaben sich unsere klugen Eurasier auf Abwege. Sie wichen einfach von der vorgegebenen Route ab. Da half kein Rufen oder Pfeifen: Es ging hinab ins Gebüsch!

Beim Näherkommen hörten wir es plätschern. Da wussten wir, was stärker war als Herrchens oder Frauchens Stimme: Hier gab es einen richtigen Bach, nicht bloß ein Minitöpfchen zum Wasserschlecken. Heißgelaufene Füße kühlen, nach Herzenslust saufen!

Und dann nicht so steriles Leitungswasser, sondern Bachwasser mit dem Geschmack von Erde und allen möglichen anderen Herrlichkeiten.


Ja, da wird der Weg wieder leicht den Berg hinauf zum Parkplatz!


Herr und Hund sind stolz auf ihre Leistung bei dieser Wüstenwanderung.