"Willkommen im Wolftal -

einem der schönsten Täler im Schwarzwald"


So wirbt Bad Rippoldsau-Schapbach auf seiner Homepage um Urlaubsgäste. Und hier, in einer fast 10 Hektar großen Anlage zwischen den beiden Ortsteilen leben inzwischen neun Bären und drei Wölfe im

Alternativen  Wolf - und  Bärenpark  Schwarzwald,

den wir während unseres Osterurlaubs 2014 eher zufällig entdeckten. Da wir natürlich immer in Begleitung von Ivo und Chica unterwegs sind, ist es uns auf der Suche nach neuen Zielen wichtig, dass sie auch mit von der Partie sein dürfen. Und siehe da:

 

"Hunde sind angeleint erlaubt."

heißt es ausdrücklich im Prospekt. Das hat uns gleich gefallen.

Gleich am Eingang empfing uns Jurka:

 

 

 

Hier noch einmal der Text etwas lesbarer:

 

"Ich heiße Sie ebenso herzlich willkommen, liebe Bärsucher, wie man mich hier im

Alternativen Wolf- und Bärenpark Schwarzwald empfangen hat:

Besonders herzlich.

 

Ich bin Jurka, eine Wildbärin, und musste dennoch lange in Gefangenschaft leben, trist und einsam. Hier fand ich einneues und vor allem verhaltensgerechtes Zuhause.

 

Mein Sohn Bruno hatte weniger Glück. Er wurde 2006 als sogenannter Problembär erschossen. Deshalb möchte ich Ihnen als Botschafterin für meine wilden Artgenossen zeigen, wie Wildtiere leben.

 

Folgen Sie meinen Spuren!


Das taten wir dann auch - und lernten eine ganze Menge über die Bären und die Wölfe, ihre "Therapeuten". Sie haben richtig gelesen, die Wölfe helfen nämlich den Bären, wieder in ein normal(er)es Leben zu finden, indem sie sie beschäftigen.

Sie sind Nahrungskonkurrenten, also müssen die Bären aufpassen, dass die Wölfe ihnen nicht das Futter stehlen - meinen sie zumindest. Sie müssen ihre Höhlen bewachen und im Zweifelsfall verteidigen. Dass das alles von den Menschen so gewollt ist, können sie ja nicht ahnen.

 


Einem Bären beim Mittagessen zuzusehen, erwies sich nicht als schwierig.

Er kaute genüsslich an seinem Fleisch, ohne sich um uns zu kümmern.

Der Braunbär ist ein Allesfresser.


In freier Wildbahn frisst er Wurzeln, Pilze, Nüsse, Beeren, sogar  Gras.

Aber auch Vögel, Nagetiere, Fische und Rehe stehen auf seinem Speiseplan.


Die Angst der Menschen vor Bären wie Bruno, dem sogenannten Problembären,

wäre eigentlich unbegründet, hätten Menschen nicht selbst dieses Problem geschaffen, indem sie solche Wildtiere aus falsch verstandener Tierliebe fütterten.

Das hat nämlich zur Folge, dass diese die ihnen angeborene Scheu vor den Menschen verlieren und schließlich ihre Nähe suchen.

Dann allerdings kann es gefährlich werden . . .



Dass Bären mit Hunden verwandt sind, hatten wir eigentlich noch nie bedacht.

Sie gehören zu den Raubtieren und zwar zu den "Hundeartigen".

Wenn man sich das Skelett ansieht, kann man es gut erkennen - auch, wenn Bären Sohlengänger sind, während Hunde auf den Zehen laufen.


 

 

 

 

 

Hier ist es uns gelungen einen der drei scheuen Wölfe Anita, Adi und Ado zu fotografieren. Können Sie ihn erkennen?

Aus sicherer Entfernung und gut getarnt beobachtet er genauestens, was in seiner Umgebung vor sich geht.

Oft reicht eine kleine Bewegung - schon ist er verschwunden.

Erst bei Anbruch der Dunkelheit werden die drei mutiger und spielen dann auch miteinander.

So beschreibt es eines der großen Plakate am Gehege.

 

 

Bei unserem Rundgang sprachen uns andere Besucher an und meinten:

"Wissen Sie, Ihre Hunde passen ja wohl genau hierher !"

Naja, eine entfernte Ähnlichkeit mit den Wölfen ist nicht abzustreiten . . .

 

. . . aber die beiden, die uns später begegneten, hätten uns, wären sie ohne Leine herumgelaufen, sicher erst einmal einen gehörigen Schrecken eingejagt!

 

Tschechoslowakische Wolfshunde!

 

Eine neu gezüchtete Rasse (VDH), die aus der Kreuzung des Karpatenwolfes mit dem Deutschen Schäferhund hervorging.

"Der TWH sieht dem Wolf nicht nur zum Verwechseln ähnlich, sondern zeigt auch noch viel von seinem interessanten Verhalten", heißt es in der Beschreibung eines Züchters, aber auch:

 

"für Familien mit kleinen Kindern oder in der Stadt nicht geeignet."

 


Wie sich unsere Eurasier im Park und bei der Begegnung mit den "Wölfen" verhalten haben?

Völlig unauffällig. Freundlich interessiert. Chica ihrer Natur entsprechend auch recht neugierig, aber keineswegs aufgeregt,

ein weiteres Mal angenehme Begleiter. Wir kommen wieder!


Empfehlenswert sind auch die Führungen durch Mitarbeiter des Bärenparks.

Ein wirklich großer Naturspielplatz dürfte alle Kinder anziehen und zu kreativem Spielen anregen.

Da die Anlage erst im Aufbau ist, sind noch viele helfende Hände und natürlich auch Finanzmittel nötig.


Beim Alternativen Wolf-und Bärenpark handelt es sich um ein Kooperationsprojekt der LEADER-Aktionsgruppe Nordschwarzwald,

der Gemeinde Bad Rippoldsau-Schapbach

und der STIFTUNG  FÜR  BÄREN.

Nähere Informationen finden Sie unter  www.baer.de/site2010

 

Ein  prima  Ausflugstipp  für  Familien  mit  Hund! 


 

Ein Hotel für Insekten aller Art steht hier

zur Verfügung und wird gern besucht.

Wieder einmal im Schwarzwald, besuchten wir natürlich auch in diesem Jahr (2016) "unseren" Wolf-und Bärenpark.

Schon am Eingang begrüßte uns eine lebensgroße Bärenfigur.

Auch der "Bienen-Erich", der die Bienenstation im Park versorgt, war mit seinem Wagen vor Ort und freute sich über unser Interesse an seinen vielfältigen Produkten.

Überhaupt hat sich der Park in den letzten zwei Jahren sehr positiv weiter entwickelt.  Manches, was anfangs noch etwas provisorisch wirkte, bekam inzwischen den letzten Schliff. Der Natur-Kinderspielplatz wurde erweitert, er lädt zum Erforschen und Entdecken ein.

 

Auch hier sind schon zwei Entdecker unterwegs...


Das ist kein Spielplatz!

Es sind keine Wölfe und keine Bären -

das sollen mal Grasfrösche werden!

Deshalb steht an dieser Stelle das rechts abgebildete große Schild:

 

Und hier ist sie, die Hundetränke am Bach.

Wunderbar frisches, klares Wasser steht zur freien Verfügung und schmeckt bestimmt viel besser als Froschlaichwasser...


 

Bei den Bären gibt es nicht so viel Neues zu sehen.

 

So allmählich - es ist ja noch März, also für Winterschläfer ziemlich früh im Jahr -, werden sie wieder aktiv, sie verlassen ihre Höhlen, die inzwischen wunderbar gestaltet sind und sehr einladend wirken. Mehrere Ballen Heu sorgen innen für Gemütlichkeit und Wärme.

 

In seiner Winterruhe ließ sich Bodo übrigens  auch nicht stören, als am Rosenmontag im Bärenpark die Hölle los war: Bei heftigen Stürmen und peitschendem Regen krachte kaum 20 Meter neben seiner Höhle eine riesige Fichte vom Nachbargrundstück in den Zaun der Freianlage.

Nur mit vereinten Anstrengungen von Hilfskräften und Feuerwehr gelang es, die Lücke im Zaun bis zum Abend wieder zu schließen. Trotz Feuersirene, Flex, Motorsäge und metallischen Schlägen steckte Bodo nicht mal die Nasenspitze aus seiner Höhle...

 

Bei den Wölfen hatten wir diesmal mehr Glück: Wir konnten nicht nur einen sehen wie beim ersten Besuch, dank der noch spärlichen Belaubung ließen sich alle drei sogar in einem Foto festhalten!

Von einem Tierpfleger erfuhren wir, dass sie äußerst scheu sind und sich auch dann schleunigst so weit wie möglich entfernen, wenn ihnen gut bekannte Menschen näher kommen.

Von Natur aus gehören Menschen eben nicht ins Beuteschema der Wölfe.

Auf dem rechten Foto sieht man zwei Möglichkeiten, wie man Schafe schützen kann: zum einen natürlich mit Hilfe von Herdenschutzhunden, zum andern aber

auch durch an eine Schnur gebundene und um die Herde gespannte Stofflappen, die sich im Wind bewegen. Der Wolf kann dieses Hindernis nicht einschätzen und ist klug genug, den Platz zu meiden...



Auch im Herbst 2016 verbrachten wir wieder eine Woche im Kinzigtal. Wegen der Kürze der Zeit hatten wir nicht unbedingt vor, auch diesmal dem Bärenpark einen Besuch abzustatten. Als wir dann aber in der Zeitung lasen

 

"Bärenwelpen tapsen im Wolftal

Jungtiere aus Albanien nach 24-stündigem Transport im Bärenpark"

 

war natürlich klar: Da müssen wir hin!

Was war da los? Schon Anfang August hatten albanische Behörden die 5 Monate alten Bärchen in der Hafenstadt Saranda beschlagnahmt. Dort waren sie nachts in einem Autowrack verwahrt und tagsüber durch den heißen Sand am Strand entlang zur Belustigung der Touristen entlanggezerrt worden - an Ketten! Viel zu viel Stress und viel zu wenig Aufzuchtmilch hatten die Kleinen nicht wachsen lassen. Nach vielen Formalitäten sind sie nun nach zwei Monaten im Schwarzwald angekommen. Mit so wenig Kontakt zu Menschen wie möglich sollen sie hier nun eingegliedert werden, denn bisher waren sie leider sehr auf Menschen fixiert.

Wozu das führen kann, haben wir beim "Problembären" Bruno ja gesehen...

"Sie sind lebhaft, gesund und suchen Paten" heißt es auf der Homepage der Stiftung für Bären www.baer.de  Hier kann man die ganze Geschichte der beiden in aller Ausführlichkeit nachlesen.

 

Auch Namen haben sie inzwischen, links ist ARIAN, rechts ARTHOS mit dem Schlappohr. Arian schaut besonders gern neugierig und aufmerksam nach den Hunden der Besucher, die natürlich manches Mal dicht gedrängt vor dem Gehege stehen (die Besucher!), denn zuschauen darf man schon, nur leise sollte man sein, um die Bärchen nicht zu erschrecken. Und beim Fotografieren sind leider dreifache Gitter im Weg, wie auf dem Bild links zu sehen ist. Da hilft auch Photoshop nicht...

Ivo und Chica fanden die Bären allerdings nicht so interessant, sie widmeten sich lieber dem frischen Gras am Wegrand...

 


Und - man soll es nicht glauben:

Gerade will ich mich noch ein bisschen informieren, da lese ich: "Erneute Rettung aus Albanien"

Ein weiteres Bärchen, das am 14. Oktober in einer Blitzaktion befreit wurde, wartet nun darauf, in den Park im Wolftal zu kommen.

Auch seine Geschichte ist bei www.baer.de aufgezeichnet. 

Wieder einmal kann ich nur traurig fragen: Was sind das für Menschen, - Menschen? - die ihren Profit aus dem Leid der Tiere ziehen? 


Über andere Ausflüge berichten wir hier: